R. STAHL veröffentlicht die Ergebnisse der ersten drei Quartale 2015

Umsatz steigt um 5 % - Wachstum in Asien

R. STAHL, führender Anbieter von Produkten und Systemen für den Explosionsschutz, veröffentlicht heute die Ergebnisse der ersten drei Quartale 2015:

- Der Auftragseingang erreichte 243,0 Mio. EUR (Vorjahr: 252,8 Mio. EUR) und lag damit 3,9 % unter Vorjahr.

- Der Umsatz stieg um 4,7 % auf 237,7 Mio. EUR (Vorjahr: 227,1 Mio. EUR).

- Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging um 35,8 % auf 8,4 Mio. EUR (Vorjahr: 13,0 Mio. EUR) zurück, die EBIT-Marge erreichte 3,5 % (Vorjahr: 5,7 %).

- R. STAHL erwartet, zum Geschäftsjahresende einen Auftragseingang und Umsatz zwischen 300 Mio. EUR und 310 Mio. EUR zu erreichen.

- Beim EBIT wurde ein Prognosekorridor von 2 Mio. EUR bis 5 Mio. EUR festgelegt; Einmalkosten zur Anpassung der Personalstruktur belasten das Ergebnis.


Im dritten Quartal war R. STAHLs Marktumfeld aufgrund des anhaltend niedrigen Ölpreises zunehmend angespannt. Zahlreiche bereits zugesagte Projekte wurden verschoben oder gänzlich gestoppt, da die Ölkonzerne ihr Investitionsbudget signifikant gekürzt haben. Der Vorstandsvorsitzende Martin Schomaker kommentierte: "Das ist der stärkste Einbruch seit der Ölkrise vor 30 Jahren. Wir erwarten im kommenden Jahr keine Erholung des Ölpreises und passen daher das Unternehmen an die veränderten Marktbedingungen an, um unsere langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern."


Stärkstes Umsatzwachstum im Raum Asien/Pazifik

In den ersten drei Quartalen 2015 stieg R. STAHLs Umsatz um 4,7 % auf 237,7 Mio. EUR, wobei sich die Entwicklung in den einzelnen Regionen differenziert darstellte.

Den stärksten Zuwachs erzielte die Gesellschaft im Raum Asien/Pazifik, wo der Umsatz um 32,2 % auf 54,6 Mio. EUR (Vorjahr: 41,3 Mio. EUR) anstieg. In Australien beispielsweise lieferte R. STAHL seine Lösungen an eine Flüssiggasanlage 220 km vor der australischen Westküste.

Das Amerikageschäft übertraf mit 39,2 Mio. EUR (Vorjahr: 36,0 Mio. EUR) den Vorjahreswert um 8,8 %, vor allem aufgrund des hohen Auftragsbestands aus dem Vorjahr.

In Europa lag der Umsatz mit 95,1 Mio. EUR (Vorjahr: 99,8 Mio. EUR) um 4,7 % unter Vorjahr. Während die Auftragslage insbesondere in Nordeuropa schwach war, verzeichnete R. STAHL in der Schweiz und Frankreich Umsatzwachstum aufgrund eines Großauftrags für eine Flüssiggasanlage in Russland.

In Deutschland ging der Umsatz um 2,2 % auf 48,9 Mio. EUR (Vorjahr: 50,0 Mio. EUR) zurück. Insgesamt erwirtschaftete R. STAHL 79,5 % seines Umsatzes außerhalb Deutschlands.


Auftragseingang in Asien weiter wachsend

Im Raum Asien/Pazifik erzielten wir in den ersten neun Monaten 2015 einen Auftragseingang von 58,6 Mio. EUR (Vorjahr: 55,5 Mio. EUR) - ein Plus von 5,6 %. Zahlreiche asiatische Abnehmermärkte, wie beispielsweise Indien, sind von dem niedrigen Ölpreis weniger stark betroffen, da sie vor allem in der Ölverarbeitung (Downstream) und nicht in der primären Förderung (Upstream) tätig sind. Sowohl in Abu Dhabi als auch in Australien überzeugte R. STAHL seine Kunden im Rahmen von Großprojekten und erhielt umfassende Folgeaufträge.

In seinem Heimatmarkt steigerte R. STAHL seinen Auftragseingang um 3,7 % und erreichte damit 52,8 Mio. EUR (Vorjahr: 50,9 Mio. EUR). Unter anderem gewann das Unternehmen beispielsweise einen Auftrag eines der größten deutschen Pharmazieunternehmen.

Der niedrige Ölpreis führte vor allem in Europa und Amerika zu einem Rückgang der Nachfrage. In Amerika lag der Auftragseingang, getrieben von Investitionskürzungen der nordamerikanischen Ölindustrie und der schwachen wirtschaftlichen Lage in Brasilien, mit 35,1 Mio. EUR (Vorjahr: 44,7 Mio. EUR). um 21,3 % unter dem Vorjahreswert.

Von seinen europäischen Kunden erhielt R. STAHL Aufträge im Volumen von 96,5 Mio. EUR (Vorjahr: 101,7 Mio. EUR) und damit 5,1 % weniger als im Vergleichszeitraum 2014. Darin enthalten sind Folgeaufträge für das Flüssiggasprojekt in Russland.

Der Auftragsbestand per 30. September 2015 übertraf mit 97,1 Mio. EUR (Vorjahr: 88,6 Mio. EUR) das Vorjahresniveau um 9,5 %.


Schwache Nachfrage drückt EBIT-Marge

Die durch den niedrigen Ölpreis bedingte, schwache Auftragslage erschwert die Kapazitätsauslastung. Vor allem am Stammsitz in Waldenburg, dem größten Produktionsstandort der R. STAHL Gruppe, führte dies zu Margendruck. Aufgrund des zurückgegangenen Auftragseingangs ist dieses Werk derzeit nicht ausreichend ausgelastet, was zu einer Steigerung der relativen Fixkosten führt.

Bei den Materialkosten zeigten die Maßnahmen zur Herstellkostenoptimierung erste Erfolge, sodass die Materialaufwandsquote gemessen an der Gesamtleistung auf 34,1 % (Vorjahr: 35,0 %) zurückging.
Im Zuge des 2012 initiierten Expansionsprogramms und vor dem Hintergrund des Rekordauftragseingangs 2014 sind R. STAHLs Personalkosten gestiegen. Angesichts des starken Nachfragerückgangs der Öl- und Gasindustrie übersteigt die Personalkapazität den Bedarf. Im Vorjahresvergleich hat sich die Personalaufwandsquote gemessen an der Gesamtleistung daher auf 40,4 % (Vorjahr: 38,7 %) erhöht.

Die Abschreibungen legten um 4,9 % zu und erreichten 9,9 Mio. EUR (Vorjahr: 9,4 Mio. EUR).

Insgesamt lag das EBIT mit 8,4 Mio. EUR (Vorjahr: 13,0 Mio. EUR) um 35,8 % unter dem Vorjahreswert. Die EBIT-Marge der ersten drei Quartale 2015 betrug 3,5 % (Vorjahr: 5,7 %). Das EBT erreichte 6,3 Mio. EUR (Vorjahr: 10,4 Mio. EUR), die EBT-Marge belief sich auf 2,6 % (Vorjahr: 4,6 %).


Konsortialkreditvertrag abgeschlossen

Bilaterale Kreditverträge in Höhe von 45 Mio. EUR liefen zum 30. September 2015 aus, sie wurden durch einen Konsortialvertrag mit den Bankpartnern Deutsche Bank, HSBC Trinkaus & Burkhardt, Baden-Württembergische Bank und Commerzbank abgelöst. Das Gesamtvolumen des Konsortialkredits beläuft sich damit auf 95 Mio. EUR mit einer Erweiterungsoption von 25 Mio. EUR.

R. STAHLs Eigenkapital stieg zum 30. September 2015 auf 102,6 Mio. EUR (31. Dezember 2014: 74,9 Mio. EUR) an, im Wesentlichen aufgrund der Veräußerung von 644.000 eigenen Aktien bzw. 10 % des Grundkapitals an die RAG-Stiftung Beteiligungsgesellschaft im Januar 2015. Insgesamt ergab sich aus der Transaktion ein positiver Eigenkapitaleffekt von 24,0 Mio. EUR. Der Rückgang des Barwerts der Pensionsverpflichtungen wirkte sich mit 4,6 Mio. EUR auch erhöhend auf das Eigenkapital aus. Insgesamt erreichte die Eigenkapitalquote 35,8 % (31. Dezember 2014: 27,3 %).

Mit 112,7 Mio. EUR blieben R. STAHLs langfristige Schulden insgesamt stabil (31. Dezember 2014: 111,4 Mio. EUR). Zum 30. September 2015 lagen die kurzfristigen Schulden mit 71,0 Mio. EUR (31. Dezember 2014: 87,6 Mio. EUR) um 19,0 % unter Vorjahr. Das Unternehmen hatte den Mittelzufluss aus der Veräußerung der eigenen Anteile im ersten Quartal zur Tilgung der kurzfristigen verzinslichen Finanzschulden genutzt.


Ausblick: Effizient in die Zukunft

Für das aktuelle und das folgende Geschäftsjahr gehen wir von einem Seitwärtstrend beim Ölpreis aus und konzentrieren uns darauf, das Unternehmen profitabel in die Zukunft zu führen. Dazu haben wir Maßnahmenpakete definiert, um einerseits unsere Marktpenetration zu erhöhen und andererseits unsere Profitabilität zu steigern.

Marktseitig stützt sich unsere Strategie auf drei Säulen: Erstens setzen wir durch gezielte Vertriebsmaßnahmen den Fokus auf die Chemie- und Pharmaziebranche, um unsere Abhängigkeit von der Öl- und Gasindustrie zu verringern. Mit Neuprodukten, insbesondere im Bereich der Energieverteilung, bieten wir unseren Kunden dieser beiden Branchen innovative Lösungen. Auch im Spezialschiffbau generieren wir zusätzliches Geschäft, beispielsweise mit der ganzheitlichen Beleuchtungslösung für Offshore-Helikopterlandeplätze.

Der Energiesektor wird jedoch auch weiterhin eine wichtige Abnehmerbranche für R. STAHL bleiben und bildet daher die zweite Säule unserer Strategie zur Marktpenetration. Wir nutzen die Krise, um unsere Kunden in dieser Branche bezüglich neuer Technologien zu beraten und ihnen langfristige Einsparpotentiale unserer Systemlösungen, vor allem in der Automatisierungstechnik, aufzuzeigen. So stärken wir unsere Positionierung beim Kunden und eröffnen die Chance auf zusätzliche Aufträge.
Der dritte Pfeiler unserer Strategie beinhaltet das Wachstum in Asien. Hier haben wir unser Geschäft in den vergangenen Jahren stark ausgedehnt und sehen weiterhin großes Potenzial in diesem Markt, weswegen wir unsere lokalen Vertriebsaktivitäten vorantreiben und unsere installierte Basis in Asien erweitern.

Kostenseitig hat das Unternehmen ebenso ein Paket aus drei Einzelmaßnahmen geschnürt, um die Profitabilität zu erhöhen: Erstens werden weltweit 225 Stellen abgebaut. Davon betreffen rund 120 Positionen die deutschen Standorte, bei knapp der Hälfte dieser Stellen handelt es sich um Zeitarbeitskräfte. Zweitens werden bereits initiierte Programme fortgeführt, um die Sach- und Herstellkosten zu reduzieren. So wird das Unternehmen beispielsweise die bislang angemieteten Flächen am Standort Neu-Kupfer bis zum Jahresende aufgeben und die Aktivitäten am Standort Waldenburg konzentrieren, wodurch ab 2016 die Mietaufwendungen für Neu-Kupfer reduziert werden. Drittens verschlankt R. STAHL sein Produktportfolio: Es wird gestrafft und um weniger stark nachgefragte Produkte bereinigt. Diese Optimierung soll ab 2017 ergebniswirksam werden.

Aus dem Maßnahmenpaket erwartet der Vorstand Kosteneinsparungen in Höhe von rund 20 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2016. Dem stehen 2015 einmalige Belastungen aus der Umsetzung in Höhe von rund 8 Mio. EUR gegenüber.

Für das Geschäftsjahr 2015 rechnen wir mit einem Prognosekorridor für Auftragseingang und Umsatz von 300 Mio. EUR bis 310 Mio. EUR und erwarten ein EBIT von 2 Mio. EUR bis 5 Mio. EUR. Darin sind die einmaligen Belastungen aus dem Kostenanpassungsprogramm in Höhe von rund 8 Mio. EUR bereits enthalten.

Durch die Restrukturierungsmaßnahmen verbessern wir unsere Kostenbasis deutlich und rechnen mit Einsparungen von rund 20 Mio. EUR. Bei einem geringeren Umsatzvolumen von 280 Mio. EUR bis 290 Mio. EUR erwarten wir daher für das Geschäftsjahr 2016 Profitabilitätsverbesserungen und damit einen deutlichen Anstieg der EBIT-Marge auf 5 % bis 7 %. Auch für die Folgejahre sind wir nach der Realisierung unserer Optimierungsprogramme gut aufgestellt und gehen von einem profitablen Wachstum aus.


Telefonkonferenz

Die R. STAHL AG lädt alle interessierten Analysten, Investoren und Journalisten zur Teilnahme an der Telefonkonferenz anlässlich der Veröffentlichung der Quartalszahlen am 5. November 2015 um 10:00 Uhr ein. Bitte wählen Sie hierfür die folgende Telefonnummer: +49 69 247501895.

Parallel zur Telefonkonferenz zeigen wir Ihnen eine Präsentation über das Internet. Dazu loggen Sie sich bitte unter eventmanager.meetyoo.de als Teilnehmer ein und geben Ihren Vor- und Nachnamen sowie die Teilnehmer-PIN 24958070 ein.

Eine Aufzeichnung der Konferenz wird im Anschluss auf der Unternehmenswebseite unter www.stahl.de/investor-relations/praesentationenmitschnitte.html bereitgestellt.

 

Die wichtigsten Kennzahlen R. STAHL Konzern
nach IFRS

 Q1-3 2015
in Mio. EUR
Q1-3 2014
in Mio. EUR
Veränderung
in %
Umsatz, gesamt237,7227,1+ 4,7
Deutschland48,950,0- 2,2
Europa ohne Deutschland95,199,8- 4,7
Amerika39,236,0+ 8,8
Asien / Pazifik54,641,3+ 32,2
Auftragseingang243,0252,8- 3,9
Auftragsbestand97,188,6+ 9,5
EBITDA18,222,4- 18,7
EBITDA-Marge (in %)7,79,9 
EBIT8,413,0- 35,8
EBIT-Marge (in %)3,55,7 
EBT (Ergebnis vor Steuern)6,310,4- 40,0
EBT-Marge (in %)2,64,6 
Periodenüberschuss3,97,2- 45,2
Ergebnis je Aktie (in EUR)0,611,23- 50,4
Cashflow aus lfd. Geschäftstätigkeit10,8- 7,1 
Mitarbeiter per 30.09. (ohne Azubis)1.9461.939+ 0,4
    
 30.09.201531.12.2014 
    
Liquide Mittel18,715,8+ 18,0
Eigenkapitalquote (in %)35,827,3 

Der vollständige Bericht über die ersten drei Quartale 2015 steht auf der Webseite des Unternehmens www.stahl.de als Download zur Verfügung.

 

Über R. STAHL - www.stahl.de
R. STAHL ist weltweit führender Anbieter von elektrischen und elektronischen Produkten und Systemen für den Explosionsschutz. Sie verhindern in gefährdeten Bereichen Explosionen und tragen so zur Sicherheit von Mensch, Maschine und Umwelt bei. Das Spektrum reicht von Aufgaben wie Schalten/Verteilen, Installieren, Bedienen/Beobachten, Beleuchten, Signalisieren/Alarmieren bis hin zum Automatisieren. Typische Anwender sind Wachstumsbranchen wie die Öl- & Gasindustrie, die chemische und pharmazeutische Industrie sowie Nahrungs- und Genussmittelbranche. Rund 1.942 Mitarbeiter erwirtschafteten 2014 weltweit einen Umsatz von 308,5 Mio. EUR.

Die Aktien der R. STAHL AG werden im Regulierten Markt/Prime Standard der Deutschen Börse gehandelt (ISIN DE000A1PHBB5).


Bei Fragen:

R. STAHL AG
Am Bahnhof 30, 74638 Waldenburg (Württ.)

Bernd Marx (CFO)
Fon: +49 7942 943 1271

Nathalie Kamm (Investor Relations)
Fon: +49 7942 943 1395

E-mail: [email protected]


 
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