Effiziente industrielle Wertschöpfungsketten: Automatisierung statt Copy & Paste
In der modernen Industrie sind Wertschöpfungsketten komplex und bestehen aus zahlreichen Akteuren. Um Anlagen zu planen, zu bauen und zu betreiben, müssen Daten zwischen Komponentenherstellern, Anlagen- und Maschinenbauern sowie Betreibern kontinuierlich ausgetauscht werden.
Drei Ebenen der Wertschöpfung
Eine praxisnahe Darstellung dieser Kette gliedert sich in drei Ebenen:
- Komponentenhersteller – liefern Material, Komponenten und technische Informationen.
- Anlagen- und Maschinenbauer – integrieren die Komponenten zu komplexen Maschinen, Anlagen und Systemen.
- Betreiber – setzen die Maschinen bzw. Anlagen in der Produktion ein, planen Neubauten oder Umbauten.
In der Realität ist die Kette noch viel komplexer: zusätzliche Lieferanten, Serviceorganisationen, Leasingmodelle oder Contractor können weitere Ebenen darstellen. Für die Erklärung genügt jedoch das Drei-Ebenen-Modell.
Von der Planung zum Betrieb
Die Wertschöpfungskette beginnt typischerweise beim Betreiber:
- Er plant den Aufbau oder die Veränderung einer Produktionsanlage.
- Legt Spezifikationen fest (Platzbedarf, Energieverbrauch, Produktionsmengen).
- Übermittelt diese Spezifikationen an den Anlagen- und Maschinenbauer.
Der Maschinenbauer übersetzt die Anforderungen in technische Umsetzungen, kontaktiert Komponentenhersteller und sammelt Daten über mögliche Bauteile. Dieser Prozess erfolgt heute meist manuell über PDFs, Word-Dokumente oder E-Mails. Anschließend werden die Informationen zurück an den Betreiber übermittelt, der die Lösung prüft und die Bestellung beim Maschinen- bzw. Anlagenbauer auslöst.
Copy & Paste als Engpass
In allen Schritten werden hochqualifizierte Ingenieure für stupide Copy & Paste-Arbeiten eingesetzt:
- Spezifikationen müssen manuell interpretiert und in Systeme übertragen werden.
- Komponenteninformationen (Datenblätter, Zertifikate, Betriebsanleitungen) werden erneut kopiert.
- Rückmeldungen und Bestellungen erzeugen weitere manuelle Datenerfassung.
Das Problem: Informationen gehen verloren, die Datenqualität sinkt und Ressourcen werden ineffizient genutzt. Untersuchungen zeigen, dass bis zu 80 % der Informationen bei manueller Übertragung je Stufe verloren gehen.
Verwaltungsschalen als Gamechanger
Die Lösung liegt in Verwaltungsschalen:
- Sie ermöglichen die interoperable Nutzung von Daten in allen eingesetzten IT-Systemen (Engineering, Asset Management, Wartung).
- Informationen müssen nicht mehr per Copy & Paste übertragen werden – jeder Akteur kann direkt auf die relevanten digitalen Daten zugreifen.
- Die Datenqualität steigt, da vollständige, strukturierte Informationen von Anfang an interoperabel bereitgestellt werden.
- Ingenieure und Entwickler werden von repetitiven Aufgaben entlastet und können sich auf wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren.
Verwaltungsschalen automatisieren den Datenaustausch entlang der gesamten Wertschöpfungskette und reduzieren den Ressourcenaufwand erheblich. Sie sind der Schlüssel für eine effiziente, transparente und digitale industrielle Produktion.
Diese beiträge könnten Sie auch interessieren

Explosionsschutz oder Digitalisierung für die Automatisierung?

Seriennummern und Digitale Typenschilder – weltweit eindeutig identifizieren









Neuen Kommentar schreiben