Ex Erfolgsgeschichten Reiselustige Chargen Schleuder Zentrifuge R. STAHL

Reiselustige Chargen-Schleuder

Transportfähige Zentrifuge in Container-Bauweise

Die Gewinnung und Weiterverarbeitung von Öl-Nebenprodukten erfordert beträchtliche Investitionen in Anlagen zur Fest-Flüssig-Trennung. Ob ein projektiertes Verfahren tatsächlich funktioniert und die gewünschte Qualität, zeigen erst praktische Versuchsreihen mit ausreichender Sicherheit. Um kosteneffiziente Probeläufe zu ermöglichen, entwickelte ein deutscher Anlagenbauer eine transportfähige Zentrifuge in Container-Bauweise. Die Schalt- und Steuerungsschränke dieses Systems legte R. STAHL auf die speziellen Anforderungen des Einsatzszenarios aus.

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Zentrifuge im Container

Die bayerische Flottweg SE ist einer der führenden Hersteller von Dekantern, Separatoren, Bandpressen und anderen Anlagen, mit denen Prozessmedien in feste und flüssige Bestandteile getrennt werden können. Das Unternehmen entwickelte für seinen breiten Kundenkreis in Russland eine Musterzentrifuge, die in einem 40-Fuß-Container zu wechselnden Einsatzorten verfrachtet werden und jeweils zügig zur Erprobung von Zersetzungsverfahren in Betrieb genommen werden kann. Erweisen sich die Versuchsreihen als erfolgreich, kann der Umstieg auf eine ortsfeste, größer dimensionierte Anlage für den Vollbetrieb beschlossen werden. Die Musterzentrifuge reist dann zum nächsten Standort weiter.

Ihr transportfähiger Aufbau und bestimmte funktionale Anforderungen bringen allerdings für die Auslegung der zugehörigen Steuerungstechnik besondere Bedingungen mit sich – vor allem im Hinblick auf den notwendigen Explosionsschutz. Um die konkreten Herausforderungen zu bewältigen, wandte sich Flottweg an R. STAHL. Die Unternehmen verbindet eine langjährig bewährte Zusammenarbeit, zu der auch gemeinsam erarbeitete Sonderkonstruktionen für ungewöhnliche Anwendungsfälle zählen. Grundlage dafür ist insbesondere das sehr breite Produkt- und Technologie-Portfolio von R. STAHL, das lückenlos alle Spielarten des Explosionsschutzes abdeckt.

 

Autark für schnelle Inbetriebnahme

Bei einem System wie dieser Musterzentrifuge erfordert die adäquate Projektierung von Steuerungstechnik, Leistungselektronik und übrigen Komponenten viel Erfahrung im Explosionsschutz und große Sorgfalt bei der Implementierung. Eine maßgebliche Einschränkung der mobilen Versuchsanlage war, diese Infrastruktur unabhängig auszulegen. Als schlüsselfertige Lösung sollte sie möglichst sofort mit der Anschaltung der Stromversorgung betriebsbereit zur Verfügung stehen.

Das bedeutete:

  • Einen ständig erhöhten Installationsaufwand zur Versorgung mit erforderlichen Hilfsmedien vor Ort galt es eindeutig zu vermeiden.
  • Die elektrische Steuerung musste ein integraler Bestandteil sein der Gesamtanlage und möglichst kompakt aufgebaut werden.
  • Die Anlage sollte zugleich einen möglichst hohen Produktdurchsatz bieten können. Dafür waren passende Antriebsleistungen erforderlich.
  • Das explosionsgeschützte Design der Gehäuse musste die Abfuhr der beträchtlichen Verlustleistungen sicherstel
R. STAHL: Autark für schnelle Inbetriebnahme
R. STAHL: Autark für schnelle Inbetriebnahme

Doppelschutzart Ex de

Steuerungstechnik und Leistungselektronik sind in einer Kombination von CUBEx Gehäusen untergebracht, die auf der Zündschutzart Druckfeste Kapselung (Ex d) basieren. Zum Aufbau gehören daneben Anschlussraumgehäuse, die mittels der Zündschutzart Erhöhte Sicherheit (Ex e) geschützt sind. Erstens bieten die Gehäuse in Schutzklasse IP66 einen Grundschutz gegen das Eindringen von Gasen. Zweitens bedeutet die Konstruktion gemäß der Zündschutzart Ex d, dass die Gehäuse bei der eventuellen Explosion eines Gemisches im Inneren dem entstehenden Druck standhalten. Der sogenannte Druckraum bliebe also im Ernstfall nach außen intakt und würde verhindern, dass sich die Explosion auf die umgebende Atmosphäre ausdehnen und fortpflanzen könnte. Durch die Zündschutzart Ex e sind in den Anschlussräumen ergänzend Vorkehrungen gegen die elektrische oder mechanische Erzeugung von Funken getroffen.

 

Flügelkühler

Auch kritische Temperaturen werden am gesamten Gehäuse nicht erreicht: Die Seitenflügel der Steuerungsanlage, in denen die leistungsstarken Antriebskomponenten installiert wurden, stattete R. STAHL mit externen Kühlplatten aus. Die auftretende Verlustwärme wird durch eine spezielle Durchführungstechnik auf diese ausreichend vergrößerte Fläche ausgeleitet.

Die CUBEx Serie erlaubt es, Gehäusekonfigurationen mit nahezu beliebigen geometrischen Formen und Abmessungen zu gestalten. Die Gehäuse lassen sich auf bis zu drei Montageebenen bestücken, wodurch jeder einzelne Drucktraum optimal genutzt werden kann. In einer eigenen Pulverbeschichtungsanlage können die Schränke außerdem mit einer auf den Einsatzort abgestimmten Oberfläche versehen werden. Bedien- und Anzeigeelemente lassen sich bei Bedarf direkt in die Deckel montieren. Um großflächig freie Sicht auf die Installationen im Innenraum zu ermöglichen, können außerdem Schaugläser in Deckel oder Seitenwände eingesetzt werden.

R. STAHL: Flügelkühler

Explosionsgeschütztes Steuerungspaket für ortsveränderliche Zentrifuge

  • Das flexible CUBEx Gehäuseprogramm und die Kompetenz zur Kombination der Zündschutzarten Ex d und Ex e ermöglichte es R. STAHL, eine passgenaue Steuerungsanlage für das transportfähige Zentrifugensystem zu gestalten.
  • Trotz der leistungsstarken Einbauten ist für die effektive Abführung massiver Verlustwärme der Explosionsschutz sicher gewährleistet.
  • Die kompakte Konstruktion und enge Integration des Steuerungsaufbaus in die Gesamtanlage kommt der Mobilität zugute.
  • Zudem kann die Musterzentrifuge mit minimalen Vorbereitungen nach dem Plug & Play Prinzip an wechselnden Standorten in Betrieb genommen werden, da die gesamte Anlage lediglich eine Energieversorgung und keine speziellen Hilfsmedien benötigt.