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FAQ – IHRE FRAGEN, UNSERE ANTWORTEN

Häufig gestellte Fragen rund um den Explosionsschutz

Können Smartphones mit festverbautem Akku in den Ex-Bereich mitgenommen werden?

Nein, denn ein Smartphone ist laut ATEX-Richtlinie ein Gerät und benötigt eine Bescheinigung. Geräte ohne Bescheinigung, egal ob mit oder ohne festverbautem Akku, dürfen nicht in Bereiche mit explosionsfähigen Atmosphären mitgenommen werden.

Der Grund dafür ist, dass Handys elektromagnetische Felder haben, welche beispielsweise kleine metallische Bauteile erwärmen können. So besteht die Gefahr, dass diese zur Zündquelle werden. In der Norm EN 60079-14 gibt es Angaben, bis zur welchen Spitzenleistung die elektromagnetischen Felder der Smartphones nicht zur Zündquelle werden.

Möglicherweise geht auch eine Gefahr von den Handyhüllen aus. Diese sind häufig aus Kunststoff, und diese sind häufig elektrostatisch aufladbar. Dementsprechend kann eine elektrostatische Entladung entstehen und die Handyhülle wird zur potenziellen Zündquelle

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Weitere FAQs für Ihre Sicherheit

1. Sind elektrische Kleingeräte wie Armbanduhren, Taschenrechner oder Hörgeräte potenzielle Zündquellen und deshalb aus dem Ex-Bereich fernzuhalten?

In Armbanduhren kann angesichts ihrer Gehäusegröße und -konstruktion nach Einschätzung des Komitees 235 der deutschen elektrotechnischen Kommission auch unter Berücksichtigung besonders ungünstiger Umstände keine explosionsfähige Atmosphäre eindringen. Deshalb geht von elektrisch betriebenen Armbanduhren ohne zusätzliche Sonderfunktion (zum Beispiel Rechner) in den Zonen 1 und 2 keine Explosionsgefahr aus. Wanduhren müssen dagegen explosionsgeschützt (zum Beispiel mit der Kennzeichnung II 2 G Ex e mb IIC T6) ausgeführt sein.

Bei Hörgeräten sind neben der Batteriespannung gegebenenfalls auch zündfähige induktive Stromkreise zu berücksichtigen. Allerdings wird die Zündgefahr von im Ohr getragenen Kompaktgeräten als derart gering erachtet, dass sie in Zone 1 und 2 mitgeführt werden können. Zugehörige Fernbedienungen sind allerdings ausgenommen.

Der Einsatz von Taschenrechnern im Ex-Bereich erfordert auch bei solarbetriebenen Geräten eine Einzelfallprüfung und Bescheinigung, weil ab einer bestimmten Anzahl von Solarzellen zündfähige Spannungen auftreten können.

2. Dürfen Smartwatches in explosionsgefährdeten Bereichen getragen werden?

Smartwatches, Fitnessarmbänder, GPS-Uhren oder ähnliches verfügen über vielseitige Sonderfunktionen wie Rechner, Funkverbindungen über Bluetooth usw. Eine Verwendung in Ex-Bereichen ist daher nicht gestattet.

3. Für was steht das „U“ hinter der Zertifikatsnummer der Prüfbescheinigung eines Geräts?

Die Endung „U“ in Prüfbescheinigungen wie zum Beispiel PTB 09 ATEX 1107 U besagt, dass es sich bei dem Gerät um ein unvollständiges Betriebsmittel handelt. Eine derartige Teilbescheinigung, wie sie beispielsweise auch für Leergehäuse ausgestellt wird, bescheinigt kein komplettes Gerät, sondern lediglich die Teilkomponente. Warum? Da sich (im Fall des Leergehäuses) die Prüfung nur auf die Gehäuseeigenschaften beschränkt und die Betriebsanleitung lediglich das Leergehäuse betrifft.

Die Prüfung auf die Zündschutzart „erhöhte Sicherheit“ (Ex e) umfasst zum Beispiel die Dichtigkeit und Festigkeit des Gehäuses sowie die thermische Beständigkeit der verwendeten Materialien. Diese partielle Prüfbescheinigung dient daher nur als Basis für die Zertifizierung eines vollständigen Gerätes.

Verfügt das Gehäuse bereits über eine solche unvollständige Prüfbescheinigung, muss der Hersteller des kompletten Gerätes dessen Gehäuseeigenschaften nicht mehr eigens prüfen lassen. Das komplette Gerät benötigt jedoch eine vollständige Prüfbescheinigung, die neben der Temperaturbeständigkeit unter anderem die Einbaubedingungen sowie die Art und Anzahl der verbauten Komponenten einschließt.

4. Was bedeutet es, wenn eine Bescheinigung ein „X“ hat?

Die Endung „X“ – beispielsweise PTB 09 ATEX 1109 X – weist darauf hin, dass besondere Bedingungen für die Installation, den Betrieb und/oder die Prüfung des Gerätes berücksichtigt werden müssen. Diese sind in der Betriebsanleitung vermerkt. Das Gerät ist nur dann explosionsgeschützt, wenn diese Bedingungen eingehalten werden.

5. Ist Ex gleich Ex?

Nein, denn es kommt auf das „richtige“ Ex an. Ein Ex d-Gehäuse beispielsweise muss einer inneren Explosion standhalten. Deshalb dürfen diese nicht mit Verschlussstopfen aus Kunststoff ausgestattet werden. Diese können keine Ex d-Zulassung, dafür aber eine Ex e-Zulassung haben, welche bescheinigt, dass das Gehäuse dicht und schlagfest ist. Auf Druckfestigkeit wurden Kunststoffverschlussstopfen (Ex e) nicht geprüft. Folglich würden sie einer inneren Explosion nicht standhalten.

6. Können bei Ex e-Klemmenkästen Klemmen selber nachgerüstet werden?

Ja. Allerdings müssen Sie beim Nachrüsten der Klemmen die Betriebsanleitung des Herstellers einhalten. Das bedeutet, dass Sie nur Klemmen (z.B. von gewissen Herstellern, mit bestimmten Größen oder Klassifizierung) verwenden dürfen, welche der Hersteller in seiner Bescheinigung hat. Des Weiteren benötigen die Klemmen eine U-Bescheinigung, da sie als Komponente für Ex e bescheinigt sein müssen. Warum? Da die Klemmenkästen entsprechend auf diese Klemmen geprüft wurden. Und Sie dürfen auch nur eine bestimmte Anzahl an Klemmen nachrüsten. Die Maximalbestückung wird ebenfalls in der Betriebsanleitung angegeben.

7. Dürfen bei Ex e-Klemmenkästen Bohrungen und Verschraubungen selbst nachgerüstet werden?

Dies ist erlaubt – nach Rücksprache mit dem Hersteller. Dieser gibt in der Betriebsanleitung die Voraussetzungen an: d.h. an welchen Seiten wie viele Bohrungen in welcher Größe zulässig sind sowie die Abstände zwischen diesen, damit die Stabilität gewahrt ist. Allerdings erfolgt die Nachrüstung in Eigenverantwortung und muss von Ihnen selbst geprüft werden.

8. Ist es möglich, Ex d-Kabelverschraubungen und Ex d-Verschlussstopfen in Ex e-Gehäusen einzusetzen?

Druckfeste Verschraubungen und druckfeste Verschlussstopfen dürfen Sie auch in Ex e-Gehäusen verbauen. Denn diese sind laut Norm auch für den Einsatz in Ex d-Gehäusen zulässig. Andersherum ist es nicht zulässig.

Allerdings müssen die Verschraubungen und Verschlussstopfen aus Metall (Ex d) geerdet werden, damit es keinen Spannungsübertrag ins Gehäuse gibt.

9. Müssen Ex d-Kabeleinführungen mit einer Vergussmasse abgedichtet werden?

Das Verwenden einer Verschraubung mit Vergussmasse ist nur dann notwendig, wenn folgende Anforderungen nicht eingehalten werden können:
- Die Kabeleinführung muss eine Bescheinigung für Ex d haben.
- Das Kabel und die Leitungen müssen die Anforderungen aus der Norm einhalten.
- Die minimale Länge der verbundenen Kabel und Leitungen muss drei Meter betragen.

10. Wie viele Ex d-Adapter dürfen bei einer Ex d-Kabeleinführung benutzt werden?

Es ist nur ein Adapter bei einer Ex d-Kabeleinführung erlaubt, um die Druckfestigkeit zu garantieren. Denn durch Adapter werden zusätzliche Volumen erzeugt, welche im Inneren von Gehäusen Druck aufbauen können.

Bei Verschlussstopfen sind keine Adapter erlaubt. Der Verschlussstopfen muss direkt ins Gehäuse gebaut werden.