Wissenswertes für Hersteller und Betreiber

Der Explosionsschutz gehört zum Bereich der Sicherheitstechnik und dient der Vermeidung von Schäden an Personen und Sachen durch technische Produkte, Anlagen und andere Einrichtungen. Es gibt verschiedene technische und organisatorische Maßnahmen zur Vermeidung von explosionsfähiger Atmosphäre, zur Verhinderung der Zündung explosionsfähiger Atmosphären oder zur Beschränkung der Explosionsauswirkung.

In Europa definiert die Richtlinie 2014/34/EU verbindliche und einheitliche Beschaffenheitsanforderungen hinsichtlich des Explosionsschutzes von Geräten und Komponenten. Demzufolge müssen Hersteller Geräte zum Explosionsschutz so entwickeln und konstruieren, dass sie – auch unter der Berücksichtigung von möglichen Fehlern – keine Zündquelle darstellen.

Ausführliche Informationen zu den technischen Grundlagen finden Sie auf den folgenden Unterseiten oder in unserer Broschüre "Grundlagen Explosionsschutz".

Zoneneinteilung: Grundlage für die Gefährdungsbeurteilung

Explosionsgefährdete Bereiche werden in Zonen unterteilt, um die Auswahl zweckentsprechender Geräte sowie die Gestaltung von sachgerechten elektrischen Installationen zu erleichtern. Die Zoneneinteilung spiegelt die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von explosionsfähiger Atmosphäre wider.

Bei der Einteilung explosionsgefährdeter Bereiche in Zonen und der Festlegung der notwendigen Schutzmaßnahmen ist jeweils das höchstmögliche Gefahrenpotenzial zu berücksichtigen. Steht im Unternehmen keine fachkundige Person zur Gefährdungsbeurteilung und der Festlegung geeigneter Maßnahmen zur Verfügung, sollte eine fachkundige Stelle eingeschaltet werden.

Ex Technische Grundlagen Wissenswertes R. STAHL

Zoneneinteilung bei Gas

Zone 0* definiert einen Bereich, in dem eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre als Gemisch aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebeln ständig, über lange Zeiträume oder häufig vorhanden ist.

Zone 1* beschreibt einen Bereich, in dem sich bei Normalbetrieb gelegentlich eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre als Gemisch aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebeln bilden kann.

Zone 2* bezeichnet einen Bereich, in dem bei Normalbetrieb eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre als Gemisch aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebeln normalerweise nicht oder aber nur kurzzeitig auftritt.

Zoneneinteilung bei Staub

Zone 20* definiert einen Bereich, in dem eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre in Form einer Wolke aus in der Luft enthaltenem brennbaren Staub ständig, über lange Zeiträume oder häufig vorhanden ist.

Zone 21* beschreibt einen Bereich, in dem sich bei Normalbetrieb gelegentlich eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre in Form einer Wolke aus in der Luft enthaltenem brennbaren Staub bilden kann.

Zone 22* bezeichnet einen Bereich, in dem bei Normalbetrieb eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre in Form einer Wolke aus in der Luft enthaltenem brennbaren Staub normalerweise nicht oder aber nur kurzzeitig auftritt. 

* Definitionen aus der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)


Weiterführende Informationen finden Sie auch in unserer Broschüre "Grundlagen Explosionsschutz".

Gerätekategorien und Schutzniveau EPL – Einführung

Je nach Wahrscheinlichkeit des Auftretens von explosionsfähiger Atmosphäre werden unterschiedliche Sicherheitsanforderungen an die verwendeten Geräte gestellt. Das Sicherheitsniveau der Geräte ist auf das Gefahrenpotenzial in den unterschiedlichen Zonen abgestimmt.

In Europa werden explosionsgeschützte Geräte gemäß 2014/34/EU (ATEX) in Kategorien eingestuft. Auf internationaler Ebene bestimmt die IEC 60079-0 das Schutzniveau EPL (Equipment Protection Level). Betriebsmittel sind je nach Gerätekategorie oder Schutzniveau EPL mit Explosionsschutzmaßnahmen von unterschiedlich hohem Schutzniveau (Schutzgrad) auszulegen.

Gerätekategorien

Für Geräte zur Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen – außer in schlagwettergefährdeten Grubenbauen – gibt es die Kategorien 1 (sehr hohes Maß an Sicherheit), 2 (hohes Maß an Sicherheit) und 3 (erforderliches Maß an Sicherheit).

Durch den Zusatzbuchstaben „G“ oder „D“ wird auf die Verwendung des Gerätes für gasexplosionsgefährdete Bereiche (G = gas) oder für Bereiche mit brennbarem Staub (D = dust) hingewiesen.

Bei Geräten zum Einsatz in schlagwettergefährdeten Grubenbauen wird zwischen den beiden Kategorien M1 (sehr hohes Maß an Sicherheit) und M2 (hohes Maß an Sicherheit) unterschieden.

Geräteschutzniveau EPL

Nach IEC 60079-0 werden Geräte für explosionsgefährdete Bereiche in drei Schutzniveaus EPL Ga oder Da (sehr hohes Schutzniveau), EPL Gb oder Db (hohes Schutzniveau) und EPL Gc oder Dc (erweitertes Schutzniveau) eingestuft.

Für Geräte in schlagwettergefährdeten Grubenbauen sind die beiden Schutzniveaus EPL Ma (sehr hohes Schutzniveau) und EPL Mb (hohes Schutzniveau) festgelegt.

Auch hier wird mittels Zusatzbuchstaben „G“ oder „D“ auf die Verwendung des Gerätes für gasexplosionsgefährdete Bereiche (G = gas) oder für Bereiche mit brennbarem Staub (D = dust) angezeigt.

Der Anwendungsbereich von Betriebsmitteln einer bestimmten Kategorie bzw. eines bestimmten Schutzniveaus EPL in den entsprechenden Gefahrzonen im explosionsgefährdeten Bereich ist in der Tabelle wiedergegeben.

Gerne können Sie sich auch unsere Broschüre "Grundlagen Explosionsschutz" herunterladen.

Zoneneinteilung und Zuordnung von Geräten

 ZoneDauer des Vorhandenseins explosionsfähiger AtmosphäreGerätekategorieGeräteschutzniveau EPL

Gase, Dämpfe, Nebel
 
0ständig, langzeitig, dauernd1GGa
1gelegentlich2GGb
2selten3GGc


Stäube

 
20ständig, langzeitig, dauernd1DDa
21gelegentlich2DDb
22selten3DDc

Gerätegruppen – richtig einordnen und auswählen

Gemäß ihren Eigenschaften werden Gase, Dämpfe und Stäube in verschiedene Gruppen unterteilt. Zur Vereinfachung und richtigen Auswahl von Geräten werden diese den entsprechenden Stoffgruppen zugeordnet. Somit beschreiben Gerätegruppen den Schutzumfang und den Einsatzbereich von Geräten.

Einteilung nach der Richtlinie 2014/34/EU (ATEX)

Die Gerätegruppe I gilt für Geräte zur Verwendung in Untertagebetrieben von Bergwerken sowie deren Übertageanlagen, die durch Grubengas und/oder brennbare Stäube gefährdet werden können. Innerhalb dieser Gerätegruppe gibt es eine weitere Unterteilung in die Kategorien M1 und M2.

Die Gerätegruppe II gilt für Geräte zur Verwendung in den übrigen Bereichen, die durch eine explosionsfähige Gas- oder Staubatmosphäre gefährdet werden können. In Abhängigkeit des Auftretens gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre wird die Gerätegruppe II in die Kategorien 1, 2 und 3 unterteilt und entsprechend der explosionsfähigen Atmosphäre aus Gas (G) oder Staub (D) gekennzeichnet.

Zudem werden elektrische Geräte der Gruppe II (Gas) nochmals unterteilt in die Gruppen IIA (Propan), IIB (Ethylen) und IIC (Wasserstoff).

Einteilung nach IEC 60079-0

Die internationale Norm IEC 60079-0 hat die Gruppe II seit 2007 nochmals aufgeteilt und unterscheidet in folgende drei Gerätegruppen:

  • Gruppe I:   Geräte für schlagwettergefährdete Grubenbaue
  • Gruppe II:  Geräte für alle gasexplosionsgefährdete Bereiche außer schlagwettergefährdete Grubenbaue
  • Gruppe III: Geräte für staubexplosionsgefährdete Bereiche außer Grubenbaue

Die Geräte der Gruppe III sind für einen Betrieb in staubexplosionsgefährdeter Atmosphäre vorgesehen. Elektrische Geräte der Gerätegruppe III unterteilt man entsprechend der Art des Staubes in die Gruppen IIIA (brennbare Flusen), IIIB (nicht leitfähiger Staub) und IIIC (leitfähiger Staub).

Unterteilung der Gruppe II nach IEC

GruppeTypisches GasGrenzspaltweite
(MESG) in mm
Mindestzündstromverhältnis* (MIC)
IIAPropan> 0,9> 0,8
IIBEthylen0,5 … 0,90,45 ... 0,8
IICWasserstoff< 0,5< 0,45
* Mindestzündstromverhältnis bezogen auf Methan

 

Wissen, wann’s zu heiß wird

Die Zündtemperatur einer explosionsfähigen Gasatmosphäre oder Staubwolke ist die niedrigste Temperatur einer erhitzten Oberfläche, bei der unter festgelegten Bedingungen entweder eine Entzündung brennbarer Stoffe in Form von Gas, Dampf oder Staub im Gemisch mit Luft eintritt.

Für die Auswahl von Geräten in explosionsgefährdeten Bereichen ist die Zündtemperatur von Gasen, Dämpfen oder Stäuben somit ein entscheidendes Kriterium.

Explosionsfähige Gase

Brennbare Gase und Dämpfe werden nach ihrer Entzündbarkeit in Temperaturklassen eingeteilt. Die maximale Oberflächentemperatur eines elektrischen Betriebsmittels muss stets kleiner sein als die Zündtemperatur des Gas- oder Dampf-Luftgemischs, in dem es eingesetzt wird. Betriebsmittel, die einer besseren Temperaturklasse entsprechen (z. B. T5) sind selbstverständlich auch für Anwendungen zulässig, bei denen eine schwächere Temperaturklasse gefordert ist (z. B. T2 oder T3). Hinweis: In Nordamerika existiert ein System mit einer weiteren Unterteilung in Untertemperaturklassen.

3. Tabelle: Temperaturklassen

Zündtemperatur
der Gase und Dämpfe in °C
TemperaturklasseMaximale Oberflächentemperatur am Betriebmittel in °C
> 450T1450
> 300 bis 450T2300
> 200 bis 300T3200
> 135 bis 200T4135
> 100 bis 135T5100
> 85 bis 100T685

 

4. Tabelle: Übersicht der Kennzahlen einiger Gase

StoffbezeichnungZündtemperatur °CTemperaturklasseExplosionsgruppe
1,2-Dichlorethan440T2IIA
Acetaldehyd155T4IIA
Aceton535T1IIA
Acetylen305T2IIC3
Ammoniak630T1IIA
Ottokraftstoffe220 bis 300T3IIA
Benzol (rein)555T1IIA
Cyclohexanon430T2IIA
Dieselkraftstoffe220T3IIA
Essigsäure485T1IIA
Essigsäureanhydrid330T2IIA
Ethan515T1IIA
Ethylacetat470T1IIA
Ethylalkohol400T2IIB
Ethylchlorid510T1IIA
Ethylen440T2IIB
Ethylenoxid435 (Selbstzerfall)T2IIB
Ethylether175T4IIB
Ethylglykol235T3IIB
Heizöl EL, L, M, S220 bis 300T3IIA
i-Amylacetat380T2IIA
Kohlenoxid605T1IIA
Methan595T1IIA
Methanol440T2IIA
Methylchlorid625T1IIA
Naphtalin540T1IIA
n-Butan365T2IIA
n-Butylalkohol325T2IIB
n-Hexan230T3IIA
n-Propylalkohol385T2IIB*
Phenol595T1IIA
Propan470T1IIA
Schwefelkohlenstoff95T6IIC1
Schwefelwasserstoff270T3IIB
Toluol535T1IIA
Wasserstoff560T1IIC2
* Für diesen Stoff ist die Explosionsgruppe noch nicht ermittelt worden.
1 Auch Explosionsgruppe IIB + CS2. 2 Auch Explosionsgruppe IIB + H2. 3 Auch Explosionsgruppe IIB + C2 H2.

 

Brennbare Stäube

Bei brennbaren Stäuben wird keine Einteilung in Temperaturklassen vorgenommen. Die Zündtemperatur der Staubwolke muss mit der maximalen zulässigen Oberflächentemperatur des Gerätes verglichen werden. Da sich jedoch Stäube auf den Geräten ablagern können, muss zusätzlich die Zündtemperatur der Staubschicht (Glimmtemperatur) betrachtet werden. In beiden Fällen sind festgelegte Sicherheitsfaktoren zu berücksichtigen. Mit höheren Schichtdicken steigt ebenso die Wärmedämmung. Deshalb sollte die maximal zulässige Oberflächentemperatur am Gerät weiter reduziert werden. Hier sind weitere Betrachtungen notwendig, die wir in unserer Broschüre „Grundlagen Explosionsschutz“ erläutern.

Zündschutzarten – Explosionen vermeiden, effektiv schützen

In Bereichen, in denen mit dem Auftreten explosionsfähiger Atmosphäre zu rechnen ist, dürfen nur explosionsgeschützte Geräte verwendet werden. Elektrische Geräte für explosionsgefährdete Bereiche können nach den Baubestimmungen der Normenreihe IEC 60079 in verschiedenen Zündschutzarten ausgeführt werden. Zündschutzarten für nicht elektrische Geräte sind in der Normenreihe ISO 80079 zusammengefasst. Letztere löst die in Europa noch gültige Normenreihe EN 13463 ab.

Welche Zündschutzart der Hersteller bei einem Gerät anwendet, hängt im Wesentlichen von der Art und der Funktion des Gerätes ab. Einige Zündschutzarten gibt es in unterschiedlichen Schutzniveaus. Diese entsprechen den Gerätekategorien gemäß ATEX-Richtlinie 2014/34/EU bzw. den Geräteschutzniveaus EPL nach IEC 60079-0. Sicherheitstechnisch sind alle genormten Zündschutzarten innerhalb einer Kategorie bzw. eines Geräteschutzniveaus als gleichwertig zu betrachten.

Die folgenden Tabellen geben einen Überblick über die genormten Zündschutzarten und beschreiben das Grundprinzip sowie übliche Anwendungen. Durch die Integration der Zündschutzarten für staubexplosionsgefährdete Bereiche in die Normenreihe IEC 60079 wurden auch die Symbole der Zündschutzarten vereinfacht.

Zündschutzarten für elektrische Geräte im Ex-Bereich

Zündschutzart nach
IEC, EN und UL
GrundprinzipHauptanwendung
Allgemeine Anforderungen
IEC 60079-0
EN 60079-0
UL 60079-0
In dieser Norm sind die allgemeinen Anforderungen für explosionsgeschützte elektrische Geräte festgelegt. Auch die Gerätekennzeichnung ist in dieser Norm beschrieben. 
Druckfeste Kapselung „d“
IEC 60079-1
EN 60079-1
UL 60079-1
Teile, die eine explosionsfähige Atmosphäre zünden können, sind in ein Gehäuse eingeschlossen, das bei der Explosion eines explosionsfähigen Gemisches im Innern deren Druck aushält und eine Übertragung der Explosion auf die das Gehäuse umgebende Atmosphäre verhindert.Schaltgeräte und Schaltanlagen, Befehls-und Anzeigegeräte, Steuerungen, Motoren, Transformatoren, Heizgeräte, Leuchten
da = Einsatz in Zone 0, 1, 2
db = Einsatz in Zone 1, 2
dc = Einsatz in Zone 2
Überdruckkapselung „p“
IEC 60079-2
EN 60079-2
UL 60079-2
Die Bildung einer explosionsfähigen Atmosphäre im Inneren eines Gehäuses wird dadurch verhindert, dass durch ein Zündschutzgas ein innerer Überdruck gegenüber der umgebenden Atmosphäre aufrechterhalten wird und dass, wenn notwendig, das Innere des Gehäuses ständig so mit Zündschutzgas versorgt wird, dass die Verdünnung brennbarer Gemische erreicht wird.Schalt- und Steuerschränke, Analysegeräte, große Motoren
pxb = Einsatz in Zone 1, 2 bzw. Zone 21, 22
pyb = Einsatz in Zone 1, 2 bzw. Zone 21, 22
pzc = Einsatz in Zone 2 bzw. Zone 22
Sandkapselung „q“
IEC 60079-5
EN 60079-5
UL 60079-5
Durch Füllung des Gehäuses eines elektrischen Betriebsmittels mit einem feinkörnigen Füllgut wird erreicht, dass bei bestimmungsgemäßem Gebrauch ein in seinem Gehäuse entstehender Lichtbogen eine das Gehäuse umgebende explosionsfähige Atmosphäre nicht zündet. Es darf weder eine Zündung durch Flammen noch eine Zündung durch erhöhte Temperaturen an der Gehäuse-oberfläche erfolgen.Sensoren, elektronische Vorschaltgeräte, Transmitter
q = Einsatz in Zone 1, 2
Ölkapselung „o“
IEC 60079-6
EN 60079-6
UL 60079-6
Elektrische Betriebsmittel oder Teile von elektrischen Betriebsmitteln sind derart in eine Schutzflüssigkeit (z.B. Öl) eingetaucht, dass eine explosionsfähige Atmosphäre über der Oberfläche oder außerhalb der Kapselung nicht gezündet werden kann.Transformatoren, Anlasswiderstände 
o = Einsatz in Zone 1, 2
Erhöhte Sicherheit „e“
IEC 60079-7
EN 60079-7
UL 60079-7
Hier sind zusätzliche Maßnahmen getroffen, um mit einem erhöhten Grad an Sicherheit die Möglichkeit unzulässig hoher Temperaturen und das Entstehen von Funken und Lichtbögen im Innern oder an äußeren Teilen elektrischer Betriebsmittel, bei denen diese im normalen Betrieb nicht auftreten, zu verhindern.Klemmen und Anschlusskästen, Steuerkästen zum Einbau von Ex-Bauteilen (die in einer anderen Zündschutzart geschützt sind), Käfigläufermotoren, Leuchten
eb = Einsatz in Zone 1, 2
ec = Einsatz in Zone 2
Eigensicherheit „i“
IEC 60079-11
EN 60079-11
UL 60079-11
Die im explosionsgefährdeten Bereich eingesetzten Betriebsmittel enthalten nur eigensichere Stromkreise. Ein Stromkreis ist eigensicher, wenn kein Funke und kein thermischer Effekt, die unter festgelegten Prüfungsbedingungen (welche den normalen Betrieb und bestimmte Fehlerbedingungen umfassen) auftreten, die Zündung einer bestimmten explosions-fähigen Atmosphäre verursachen kann.Mess- und Regeltechnik, Feldbus-technik, Sensoren, Aktoren
ia = Einsatz in Zone 0, 1, 2 bzw. Zone 20, 21, 22
ib = Einsatz in Zone 1, 2 bzw. Zone 21, 22
ic = Einsatz in Zone 2 bzw. Zone 22
[Ex ib] = zugehöriges elektrisches Betriebsmittel – Installation im sicheren Bereich
Zündschutzart „n“
IEC 60079-15
EN 60079-15 
UL 60079-15
Elektrische Betriebsmittel sind nicht in der Lage, eine umgebende explosionsfähige Atmosphäre zu zünden (im Normalbetrieb und unter definierten anormalen Betriebsbedingungen).Alle elektrischen Betriebsmittel für Zone 2
nA = nichtfunkende Betriebsmittel
nC = Einrichtungen und Bauteile
nR = schwadensichere Gehäuse
Vergusskapselung „m“
IEC 60079-18
EN 60079-18 
UL 60079-18
Teile, die eine explosionsfähige Atmosphäre zünden können, werden so in Vergussmasse eingebettet, dass die explosionsfähige Atmosphäre nicht gezündet werden kann.ma = Einsatz in Zone 0, 1, 2 bzw. Zone 20, 21, 22
mb = Einsatz in Zone 1, 2 bzw. Zone 21, 22
mc = Einsatz in Zone 2 bzw. Zone 22
IEC 60079-25
EN 60079-25
UL 60079-25
Beurteilung der Eigensicherheit für definierte Systeme (Geräte und Kabel).Eigensichere Systeme
Optische Strahlung „op“ 
IEC 60079-28
EN 60079-28
UL 60079-28
Durch geeignete Maßnahmen wird vermieden, dass eine optische Strahlung eine explosionsfähige Atmosphäre entzündet.Lichtwellenleiter/Einsatz in gas-explosionsgefährdeten Bereichen
Es gibt drei verschiedene Methoden:
Ex op is = inhärent sichere optische Strahlung
Ex op pr = geschützte optische Strahlung
Ex op sh = optische Strahlung mit Verriegelung
Schutz durch Gehäuse „t“ 
IEC 60079-31
EN 60079-31
UL 60079-31
Durch die Dichtheit der Gehäuse wird das Eindringen von Staub verhindert oder auf ein ungefährliches Maß eingeschränkt. Somit können zündfähige Betriebsmittel in das Gehäuse eingebaut werden. Die Temperatur am Gehäuse darf die umgebende Atmosphäre nicht entzünden.Schaltgeräte und Schaltanlagen, Steuer-, Anschluss- und Klemmenkästen, Motoren, Leuchten
ta = Einsatz in Zone 20, 21, 22
tb = Einsatz in Zone 21, 22
tc = Einsatz in Zone 22

 

Zündschutzarten für nicht-elektrische Geräte im Ex-Bereich

Zündschutzart nach
ISO bzw. EN
GrundprinzipHauptanwendung
Allgemeine
Anforderungen
ISO 80079-36
(früher EN 13463-1)
In dieser Norm sind die allgemeinen Anforderungen für explosionsgeschützte nicht-elektrische Geräte festgelegt. Auch die Gerätekennzeichnung ist in dieser Norm beschrieben. 
Konstruktive Sicherheit „c“
ISO 80079-37
(früher EN 13463-5)
An Gerätearten, die bei Normalbetrieb keine Zündquelle enthalten, werden bewährte technische Prinzipien angewandt, sodass das Risiko von mechanischen Fehlern, die zum Entstehen von zündfähigen Temperaturen und Funken führen können, auf ein sehr geringes Maß reduziert wird.Kupplungen, Pumpen,
Zahnradantriebe,
Kettenantriebe, Förderbänder
Zündquellenüberwachung
„b“
ISO 80079-37
(früher EN 13463-6)
Es werden Sensoren in das Gerät eingebaut, damit sich anbahnende gefährliche
Bedingungen festgestellt und bereits in einer frühen Phase
der Störung, bevor potenzielle Zündquellen wirksam werden, Gegenmaßnahmen
eingeleitet werden können. Die angewandten Maßnahmen
können automatisch durch direkte Verbindungen zwischen den Sensoren
und dem Zündschutzsystem oder manuell durch Abgabe einer Warnung
an den Betreiber des Gerätes eingeleitet werden.
Pumpen, Förderbänder
Flüssigkeitskapselung „k“
ISO 80079-37
(früher EN 13463-8)
Durch Eintauchen in eine Schutzflüssigkeit oder durch ständiges Benetzen
mit einem Flüssigkeitsfilm einer Schutzflüssigkeit werden Zündquellen
unwirksam gemacht.
Tauchpumpen, Getriebe
Druckfeste Kapselung „d“
IEC 60079-1
(früher EN 13463-3)
Teile, die eine explosionsfähige Atmosphäre zünden können, sind in ein
Gehäuse eingeschlossen, das bei der Explosion eines explosionsfähigen
Gemisches im Innern deren Druck aushält und eine Übertragung der Explosion
auf die das Gehäuse umgebende Atmosphäre verhindert.
Bremsen, Kupplungen
Überdruckkapselung „p“
IEC 60079-2
(früher EN 60079-2)
Die Bildung einer explosionsfähigen Atmosphäre im Inneren eines Gehäuses
wird dadurch verhindert, dass durch ein Zündschutzgas ein innerer Überdruck gegenüber der umgebenden Atmosphäre aufrechterhalten
wird und dass, wenn notwendig, das Innere des Gehäuses ständig so mit
Zündschutzgas versorgt wird, dass die Verdünnung brennbarer Gemische
erreicht wird.
Pumpen
Schutz durch Gehäuse „t“
IEC 60079-31
Durch die Dichtheit der Gehäuse wird das Eindringen von Staub verhindert
oder auf ein ungefährliches Maß eingeschränkt. Somit können zündfähige
Bauteile in das Gehäuse installiert werden. Die Temperatur am Gehäuse
darf die umgehende Atmosphäre nicht entzünden.
Geräte ausschließlich für
staubexplosionsgefährdete
Bereiche

 

Kombination von Zündschutzarten

Falls erforderlich, können auch Kombinationen verschiedener Zündschutzarten angewendet werden, um sicherheitstechnisch, funktionell und wirtschaftlich eine optimale Lösung zu ermöglichen. Moderne explosionsgeschützte Geräte kombinieren in der Regel mehrere Zündschutzarten. Durch die Anwendung unterschiedlicher Zündschutzarten an einem Gerät können einerseits kleinere und kostengünstigere Konstruktionen realisiert werden. Andererseits sind auch Bauarten möglich, die für den Anwender in der Bedienung und Instandhaltung komfortabler sind.

Ausführliche Informationen zu Zündschutzarten, zu Gerätegruppen, zu physikalischen
und technischen Grundlagen, zu Rechtsvorschriften und Normen sowie zur Errichtung
und Betrieb von Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen haben wir in der Broschüre "Grundlagen Explosionsschutz" übersichtlich zusammengestellt.

Wissen, was die Zeichen bedeuten

Für explosionsgefährdete Bereiche produzierte Geräte werden entsprechend gekennzeichnet. Je nach Zulassung und länderspezifischem Einsatz erfordert die Kennzeichnung bestimmte Angaben.

Weltweit (IEC und ISO)

Die Kennzeichnung für elektrische Geräte ist in der IEC 60079-0 festgelegt. Zusätzlich zum Namen des Herstellers oder zu seinem Warenzeichen, der Typenbezeichnung, der Seriennummer und der Prüfstelle mit Zertifikatnummer ist noch eine besondere Kodierung gefordert, die den Einsatz des Gerätes beschreibt:

  • Symbol Ex.
  • Symbol jeder verwendeten Zündschutzart (z. B. q) oder das Schutzniveau (z. B. ib).
  • Gerätegruppe IIA, IIB oder IIC für gasexplosionsgefährdete Bereiche und Gerätegruppe, IIIA, IIIB oder IIIC für staubexplosionsgefährdete Bereiche.
  • Temperaturklasse für gasexplosionsgefährdete Bereiche und max. Oberflächentemperatur in Grad Celsius für staubexplosionsgefährdete Bereiche.
  • Geräteschutzniveau (EPL: Equipment Protection Level).

Die Kennzeichnung für nicht elektrische Geräte wird in der ISO 80079-36 festgelegt. Sie lehnt sich an die Kennzeichnung für elektrische Geräte an. Allerdings wird anstelle des Schutzniveaus bzw. Zündschutzart ein „h“ gesetzt. Bsp. Ex h IIB T4 Gb.

Europa (ATEX)

In Europa muss die Kennzeichnung elektrischer Geräte gemäß Norm IEC zusätzliche Anforderungen gemäß ATEX-Richtlinie 2014/34/EU erfüllen und folgende Daten beinhalten:

  • Anschrift des Herstellers.
  • CE-Kennzeichnung (gegebenenfalls mit Kennnummer der benannten Stelle).
  • Symbol und Gerätegruppe (z. B. II) sowie die Kategorie 1, 2 oder 3 und Buchstabe G (Gas) oder D (Staub).

Die Kennzeichnung von nicht-elektrischen Geräten wurde zwischenzeitlich noch stärker an die von elektrischen Geräten angepasst. In Europa ist seit 2016 hierfür die Normenreihe EN ISO 80079 gültig. Einzige Ausnahme: Als Symbol für die Zündschutzart wird immer ein „h“ angegeben.

Nordamerika

Zusätzlich zu den üblichen Daten (Hersteller, Typ, Seriennummer, elektrische Daten), sind die den Explosionsschutz betreffenden Angaben in die Kennzeichnung des Betriebsmittels aufzunehmen. Die Vorgaben dazu sind für die USA im NEC, für Kanada im CEC sowie in den entsprechenden Baubestimmungen der Prüfstellen vorgegeben.

Traditionelle Klassifizierung explosionsgefährdeter Bereiche in Nordamerika

Bereiche, in denen gefährliche Konzentrationen von explosionsfähigen Staubatmosphären nur unter Fehlerbedingungen freigesetzt werden können.

Gase, Dämpfe oder Nebel
Klassifizierung Class I
Stäube
Klassifizierung Class II
Fasern und Flusen
Klassifizierung Class III
NEC 500
CEC J18
NEC 500
CEC J18
NEC 500
CEC J18
Division 1Division 1Division 1
Bereiche, in denen gefährliche Konzentrationen von zündfähigen Gasen oder Dämpfen
  • Unter normalen Betriebsbedingungen vorhanden sein können.
  • Bei Reparatur- und Wartungsarbeiten häufig auftreten können.
  • Bei Betriebsstörungen oder unter Fehlerbedingungen auftreten können und zur gleichen Zeit Störungen an den elektrischen Geräten auftreten, die zu einer Zündquelle führen.
 
Bereiche, in denen gefährliche Konzentrationen von explosionsfähigen Staubatmosphären
  • Unter normalen Betriebsbedingungen vorhanden sein können.
  • Bei Betriebsstörungen oder unter Fehlerbedingungen auftreten können und zur gleichen Zeit Störungen an den elektrischen Geräten auftreten, die zu einer Zündquelle führen, sowie Bereiche mit gefährlicher Menge an leitendem Staub (Gruppe E).
 
Bereiche, in denen brennbare Fasern und Flusen entstehen oder verarbeitet werden.
Division 2Division 2Division 2
Bereiche, in denen gefährliche Konzentrationen von zündfähigen Gasen oder Dämpfen in geschlossenen Behältern oder Systemen gehalten werden und die nur unter Fehlerbedingungen freigesetzt werden können.Bereiche, in denen brennbare Fasern gelagert oder anders als im Fertigungsprozess gehandhabt werden.Bereiche, in denen brennbare Fasern und Flusen entstehen oder verarbeitet werden.

 

Ausführlichere Informationen entnehmen Sie bitte unserer Broschüre "Grundlagen Explosionsschutz".

 

Übersichten zur Kennzeichnung elektrischer und nicht-elektrischer Geräte

Kennzeichnung elektrischer Geräte

pdf 471 KB

Kennzeichnung nicht-elektrischer Geräte

pdf 331 KB